SkF Bielefeld erweitert mit Elisabeth-Stube sein Angebot um gebrauchte Waren zum schmalen Kurs
„Wir verteilen keine Almosen“
Bielefeld. Eigentlich kann nichts schiefgehen. Der Bedarf ist da für eine eigene katholische Kleiderstube in Bielefeld. Immer wieder gab es beim Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Nachfragen nach kostengünstiger Gebraucht-Kleidung. Ob das Angebot nun tatsächlich angenommen wird, wird sich ab dem kommenden Donnerstag, 19. November, zeigen, denn dann wird die Elisabeth-Stube, so der Name des neuen SkF-Angebots neben dem Winfriedhaus an der Turnerstraße, offiziell eröffnet.
von Ruth Lakenbrink
Die Räumlichkeiten sind einladend. Aus dem ehemaligen Büro, das durch einen glücklichen Zufall Anfang des Jahres frei wurde, ist nach liebevoller Renovierung ein Ort der „Bekleidung – Beratung – Begegnung“ geworden, so der Untertitel der Elisabeth-Stube. Es gibt eine kleine Umkleide, in hohen Regalen und Schränken stapeln sich Spielzeug und Haushaltswäsche, auf Kleiderständern hängen nach Größen sortiert Baby-, Kinder- und Damenbekleidung. Daneben steht ein Tisch mit mehreren Stühlen, wo die Kunden über ihre täglichen oder speziellen Sorgen und Nöte sprechen können. Und an dem sie bei Bedarf von den bislang zehn ehrenamtlichen Helfern sowie den zwei SkF-Mitarbeiterinnen auch an professionelle soziale Dienste, Sozialarbeiter und Beratungsstellen nicht nur des SkF weitervermittelt werden können. Währenddessen können sich die Kinder in einer eigens eingerichteten Spielecke beschäftigen.
„Wir verteilen keine Almosen,“ sagt SkF-Geschäftsführerin Gabriele Linek. Daher werden die Sachen gegen Entrichtung eines kleinen Obolus herausgegeben, von dem der SkF hofft, einen Teil der laufenden Kosten für Miete, Strom oder Wasser decken zu können. Doch es geht dem Sozialdienst weniger um das Geld, sondern vielmehr um eine „Wertschätzung des Kunden“, wie Linek es ausdrückt. Denn durch die kleinen Beträge bekäme das Ganze eher den Charakter eines eigenverantwortlichen Einkaufs.
Und den wiederum kann jeder tätigen, der im Besitz einer Berechtigungskarte ist. Diese Karte gibt es beim SkF selbst, aber auch bei den katholischen Diensten und Anlaufstellen der Stadt, etwa der Caritas und Kolping, die den SkF in Sachen Elisabeth-Stube tatkräftig unterstützen, den Pfarrgemeinden sowie den Kooperationspartner vom „Runden Tisch“ sozialer Dienste wie etwa der Bahnhofsmission. Mit dieser Karte wird der Bedarf festgestellt, „und dabei richten wir uns nicht zwangsläufig nach Hartz IV“, sagt die SkF-Geschäftsführerin, schließlich gebe es auch genug Menschen, deren kleines Einkommen ebenfalls nicht für große Einkäufe reiche. Mit dieser Karte kann einmal eingekauft werden, für den nächsten Einkauf wird erneut eine Berechtigungskarte benötigt.
So behält der SkF die Kontrolle darüber, wie viel die Kunden mitnehmen und wie oft, denn über die ausgegebenen Waren wird Buch geführt, um Missbrauch vorzubeugen und langfristig den Bedarf zu ermitteln.
Zweimal pro Woche, dienstags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 17 Uhr, ist die Kleiderstube jeweils geöffnet. Dann kümmern sich immer mindestens zwei Mitarbeiter um die Kunden. Neben den Ehrenamtlichen wird mit Beate Poschmann oder Gabriele Angelius auch immer eine SkF-Sekretärin dabei sein. „Die kennen sich mit der Klientel aus und geben den Ehrenamtlichen das Gefühl, dass sie nicht alleine sind“, beschreibt Gabriele Linek die vorläufige Regelung. Denn: „Das ist Neuland für uns. Bisher haben wir Ehrenamtliche nicht so stark in unsere Arbeit eingebunden wie bei der Elisabeth-Stube.“
Ob Warensortiment, Öffnungszeiten oder Abwicklung: „Wir fangen erst einmal an, das ist alles nicht statisch.“ Es ginge vor allem darum, das katholische Miteinander in Bielefeld weiter zu stärken und damit auch die katholische Stimme nach außen. Daher auch der Name „Elisabeth-Stube“, der an die „Mutter Teresa des Mittelalters“, Elisabeth von Thüringen, erinnern soll. Und so ist es auch Elisabeths Namenstag, Donnerstag, der 19. November, an dem die Kleiderstube offiziell durch Dechant Klaus Fussy und Pfarrer Blaz Kovac eröffnet wird.
Für Kunden ist die Elisabeth-Stube ab Dienstag, 24. November, jeweils dienstags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Über Spenden wie Kleidung, Spielsachen und Haushaltstextilien freut sich der SkF auch weiterhin. Ansprechpartnerin ist Beate Poschmann, Tel. 05 21/9 61 91 40. Weitere Infos im Internet: www.skf-bielefeld.de







