Aktuelle Ausgabe
2012-20

Eine Ausstellung zum 500-jährigen Jubiläum beleuchtet die Geschichte der St.-Jodokus-Kirche Bielefeld

Zeugnis franziskanischer Spiritualität

Bei der Renovierung der Kirche wurde Wert darauf gelegt, die Bezüge zur franziskanischen Tradition der Kirche sichtbar zu machen. Pfarrer Josef Holtkotte zeigt hier zum Beispiel einen der Apostelleuchter, die aus historischen Steinen der alten Kirche auf dem Jostberg gestaltet wurden

Bielefeld. Ihr 500-jähriges Bestehen feiert die St.-Jodokus-Kirche in Bielefeld in diesem Jahr. Ein Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist die Ausstellung „500 Jahre St. Jodokus“, die am 8. Juni um 19.30 Uhr mit einem Vortrag von Professor Dr. Christoph Stiegemann (Erzbischöfliches Diözesanmuseum Paderborn) im Klostersaal eröffnet wird. Das Thema lautet: „Baue meine Kirche wieder auf – 500 Jahre St. Jodokus als Zeugnis franziskanischer Spiritualität in Bielefeld“. 

von Kay Müller 

Die Ausstellung wurde von der Gemeinde gemeinsam mit dem Diözesanmuseum konzipiert. Sie beleuchtet mit einer Vielzahl von Exponaten die Geschichte der ehemaligen Klosterkirche in der Bielefelder Innenstadt, die erst kürzlich nach einer umfassenden Renovierung wiedereröffnet worden ist (Der DOM berichtete). Der Schwerpunkt der Ausstellung werde dabei auf der Geschichte der Franziskaner und ihrer Wirkungsgeschichte in Bielefeld liegen, kündigt Pfarrgemeinderatsvorsitzender Karl-Heinz Steinbild an: „Wir zeigen zum Beispiel die Urkunde von Papst Julius II., mit der den Franziskanern gestattet wurde, ihr Kloster in die Stadt zu verlegen.“

Der Ursprung der 1511 geweihten Kirche liegt nämlich eigentlich außerhalb der Stadt: Auf dem Jostberg (Jost = Jodokus), einer Anhöhe zwischen Brackwede und Quelle, unterhielten die Franziskaner schon vorher ein Kloster und Hospiz mit einer dem heiligen Jodokus geweihten Wallfahrtskirche. Wegen der unwirtlichen Gegend und auch, weil ihre eigentliche Aufgabe die Seelsorge für die Stadtbevölkerung war, verlegten die Brüder Kloster und Kirche an den heutigen Klosterplatz. 

Im Kreuzgang der Kirche und im Cronsbruch’schen Anbau werden im Rahmen der Ausstellung neben historischen Dokumenten aus der Kirchengeschichte auch liturgische Geräte und Bildtafeln zu sehen sein. „Wir wollen aber auch eine Verbindung zum Gemeindeleben heute schaffen“, so Steinbild. So werden die Einrichtungen der Gemeinde ebenso vorgestellt wie die benachbarte Klosterschule, die sich zwar in städtischer Trägerschaft befindet, als einzige katholische Schule in Bielefeld aber eng mit St. Jodokus verbunden ist.

Info

Die Ausstellung „500 Jahre St. Jodokus“ wird vom 9. Juni bis zum 6. Juli täglich außerhalb der Gottesdienstzeiten von 15 bis 18 Uhr zu sehen sein. Führungen können im Pfarrbüro (Tel.: 0521/61326) vereinbart werden.

 

 


25.05.2012
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