Friede auf Erden bleibt als Botschaft

Zum fünften Mal „Folge dem Stern“ auf dem Schwerter Krippenweg

Schwerte. Maria und Josef sowie das Jesuskind in der Krippe müssen dabei sein, vielleicht noch Ochs und Esel – die Bestandteile einer richtigen Krippe sind traditionell geklärt. Und doch sehen handgearbeitete Krippen immer wieder anders aus. Zum fünften Mal veranstalten Krippenfreunde in Schwerte an der Ruhr ihren Krippenweg durch die malerische Altstadt – inzwischen ist der Weg ein Touristenmagnet der besonderen Art geworden.

Foto: Analogicus / pixabay

 

von Martin Krehl

Am ersten Adventssonntag, dem 1. Dezember, wird der Rundweg vor St. Viktor, der evangelischen Stadtkirche am Schwerter Marktplatz, feierlich um 12.00 Uhr eröffnet. An Straßenecken, auf Treppenabsätzen, in Wohnzimmerfenstern, im Baum, auf einer Mauer – es werden vermutlich wieder um die 70 verschiedene Krippen sein, welche die Schwerter Krippenfreunde ausstellen.

Unter freiem Himmel stehen die Krippen zumeist. Manche fallen sofort auf, andere muss man suchen oder erkennen. „Sie sollen einem auch einmal im Weg stehen, sie sollen zuweilen ein bisschen stören“, sagt Hille Schulze Zumhülsen, die Initiatorin der wundervollen Aktion. Leider stören trotz der ehrenamtlichen Wächter unliebsame Zeitgenossen oft genug den vorweihnachtlichen Frieden und zerstören mutwillig Krippendarstellungen, entführen einzelne Figuren. Solche Respektlosigkeiten und Schabernack halten die Krippenfreunde aus dem Arbeitskreis Schwerter Frauengeschichten nicht davon ab, Besuchern je nach Schritttempo ein stundenlanges adventliches Vergnügen zu bescheren: „Folge dem Stern“, so lautet die Aufforderung seit fünf Jahren.

Die kleinste jemals gezeigte Krippe passte in eine Walnussschale, die größten Figuren können auch schon mal mannshoch sein. Familien­erbstücke werden stolz präsentiert und abends beleuchtet. Auch viele witzige und originelle Darstellungen der Weihnachtsgeschichte gibt es. Da­runter sind geschnitzte und modellierte Figuren, auch Skulpturen und Darstellungen mit durchaus politischem Anspruch sind dabei. Gefangene der Schwerter JVA beteiligen sich jedes Jahr, 2018 bauten sie hochaktuell einen „Flüchtlingsstrom“ vor die Kulisse der Schwerter Mühle.

„Weihnachten ist nicht nur froh, nett und gemütlich, stimmungsvoll mit Kerzen und Tannengrün“, sagt Hille Schulze Zumhülsen. „Das Kind wird in prekären Verhältnissen geboren, es solidarisiert sich mit allen Kindern dieser Welt, die in Slums leben oder im Krieg oder auf der Flucht sind. Die Weihnachtsbotschaft aber bringen alle Krippen irgendwie rüber: Friede auf Erden!“

Neu in diesem Jahr ist der „Gute-Wünsche-Baum“, der neben dem Theater am Fluss in der Nähe der bekannten Rohrmeisterei steht. Während der Adventszeit soll der förmlich wachsen – man darf gespannt sein.

Schulen und Kindergärten machen mit, vor allem aber viele Privatleute. „Und Sponsoren helfen uns, da sind wir sehr dankbar“, sagt Hille Schulze Zumhülsen, die die Aktion mit ihrem Mann Bert­hold stemmt. Es gibt immer sonntags um 16.00 Uhr öffentliche Führungen, da wird es zwischen den Fachwerkhäusern schon dämmrig. Die Schwerter TouristInformation am Wuckenhof hält Flyer mit der Wegbeschreibung bereit. Hille und Berthold Schulze Zumhülsen sind unter der Rufnummer: 0 23 04 / 8 25 00 oder per E-Mail unter: ­frauengeschichten@​­schwerte.­de zu erreichen.

Schluss der Aktion wird am 5. Januar 2020 sein. Um 16.00 Uhr gibt es an der Mühle Glühwein. Dann wird alles wieder abgebaut.

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